Unsere Reise nach Belarus im Herbst 2012

Unsere Reise nach Belarus im Herbst 2012

Um die Fortschritte beim Umbau des Altersheims in Lubtscha zu kontrollieren und unsere abgeschlossenen Projekte in Borisovitschi zu sehen, haben wir, Urs Herzog und Rolf Metzger, Ende September / Anfangs Oktober während vier Tagen Belarus besucht.

Lubtscha

Wie schon im Januar hat uns Igor Sekreta in Minsk abgeholt  und nach Lubtscha gefahren. Dort wurden wir als Gäste vom Hauptarzt des Spitals, Ivan Gurin und seiner Frau Gallia verwöhnt.

Der Besuch des Altersheims hat uns sehr überrascht. Wir hatten nicht erwartet, eine solch riesige Baustelle zu sehen. Wir glaubten, dass mit dem Ersatz der Fenster und Waschküche noch einige weitere Arbeiten, mit dem gleichen Betrag finanziert durch das Exekutivkomitee, vorgenommen würden. Inzwischen wurden aber alle Böden, Türrahmen und Türen herausgerissen. Die Heiz- und Wasserleitungen, sowie die Lüftung sind erneuert und die alten Waschbecken, Dusche und Badewanne werden  ersetzt. Alle elektrischen Leitungen und Lampen werden ausgewechselt. Alles wird neu verputzt und gestrichen. Es entsteht praktisch ein “neues“ Altersheim. Während des Umbaus können die Betagten im Spital wohnen. Sie freuen sich aber auf eine baldige Rückkehr ins Altersheim

Mittlerweile hat das Exekutivkomitee nicht wie abgemacht den gleichen Betrag wie unsere Stiftung, nämlich € 24‘000.- investiert, sondern schon gegen € 80‘000.-. Unsere Initiative war wohl  der Auslöser für diese erfreuliche Mitarbeit.

In der Bezirksstadt Novogrudok konnten wir wie geplant die fünfzig Garnituren Bettwäsche einkaufen. Den örtlichen Gewohnheiten entsprechend sind alle Garnituren sehr farbig, was auch eine fröhliche Stimmung in die Zimmer bringt. Der von uns bezahlte Betrag von € 24‘000.- für Fenster, Waschmaschine, Tumbler und Wäsche-Mange, wurde nicht vollständig aufgebraucht und es bleibt noch etwas Geld übrig. Damit können für die 25 Betten noch neue Matratzen angeschafft werden.

Im Altersheim wird fast alles neu: Zimmer, Böden, Wände, Lampen, Bettwäsche, Matratzen. Da fallen die alten, mit ausgeleierten Federn durchhängenden Betten aus dem Rahmen. Wir haben Ivan Gurin gebeten uns über die Kosten von 25 neuen Betten zu informieren. Falls dies für die Stiftung we-help ein realisierbares Projekt werden könnte, würden wir dies gerne weiterverfolgen.

Borisovitschi

Von Lubtscha sind wir direkt nach Borisovitschi gefahren und haben das Altersheim besucht. Alle Projekte wurden so abgeschlossen, wie wir es uns erhofft haben. An der Sauna wurden sogar noch einige Verbesserungen gemacht und die Obstbäume haben den ersten  strengen Winter überstanden.

Es gibt einige Bewohner des Altersheims, die sich gerne im Gemüsegarten betätigen. Die Erde muss wohl recht fein sein, so dass man auch barfuss  arbeiten kann! Leider war nicht mehr viel vom Gemüse vorhanden, da der Herbst schon Einzug gehalten hat. Aber auf vielen Bildern, die die Heimleiterin Inna aufgenommen hat, konnten wir sehen, dass der Ertrag an Gemüse und Beeren im ersten Jahr recht erfreulich war.

Der Hühnerstall bringt auch viel Freude. Es gibt Bewohner, die gerne die Hühner füttern und die Eier einsammeln. Inzwischen sind es 20 Hühner, die mit Korn, Rüstabfällen und Maiskolben gefüttert werden und prächtig gedeihen. Im Durchschnitt werden 16 Eier pro Tag gelegt.

Die Einrichtung im Stall ist sehr einfach aber zweckmässig. Die Hühner scheinen nicht anspruchsvoll zu sein. Nächstes Jahr will man auch Küken aufziehen, um den Bestand zu erneuern.

Von beiden Besuchen waren wir begeistert: alles ist so verlaufen wie wir es uns gewünscht haben. Allen, die zu diesen Erfolgen beigetragen haben, möchten wir herzlich danken.

Soforthilfe für das Ferienlager der „Kinderhilfe Tschernobyl“

Die “Kinderhilfe Tschernobyl“ hat 64 Kinder und 6 DolmetscherInnen aus der Gegend von Klimovitschi für vier Wochen nach Deutschland eingeladen.

Einige der Kinder wohnen in einem Jugendheim, die meisten sind privat bei Familien untergebracht. Freiwillige des “Kinderhilfswerks Tschernobyl“ kaufen ein, kochen, putzen und bewirtschaften das Jugendheim. Eine Sportfirma hat Spielsachen und sonstiges Gerät zur Verfügung gestellt und den Kindern werden interessante Programme wie Rheinschifffahrt, Freizeitbad und Phantasieland geboten. Ein Zahnarzt instruiert die Kinder bezüglich Prophylaxe und Mundhygiene. Eine Ernährungsberaterin wird mit den Kindern kochen.

Über 60% dieser Kinder sind Halbwaisen, kommen aus sozial schwachen Familien und sind gesundheitlich stark belastet. Für den vierwöchigen Aufenthalt in Deutschland müssen die Kinder eine Krankenversicherung haben, die 2‘100.- € kostet. Wie wichtig das ist hat sich schon gezeigt. Eines der Kinder bekam bei der Gastfamilie einen epileptischen Anfall und wurde ins Spital gebracht. Leider haben die Eltern des Kindes diese Krankheit verschwiegen.

Unsere rotarischen Freunde aus Bergh (NL) und Ingelheim (D) und unsere Stiftung we-help übernehmen die Kosten für diese Versicherung zu je einem Drittel.

Wir helfen hier gerne, sind wir doch über das “Kinderhilfswerk Tschernobyl“ zu unseren langjährigen, erfolgreichen Projekten in Belarus gekommen.

Die Hühner sind angekommen.

Das letzte unserer Ziele im  Altersheim von Borisovitschi war der Bau eines Hühnerstalles, um den Bewohnern  eine Aufgabe und Verantwortung zu geben.

Ein grosszügiger Hühnerstall in den belarussischen Nationalfarben wurde im Garten des Alterheims erstellt.

Die Innenaustattung ist perfekt. Sitzstangen, Legenester und Strom für die im Winter notwendige Wärmelampe sind vorhanden. Der Hag hoch genug und am Boden sind Bretter, die den Füchsen das Eindringen in das Gehege erschweren. Laut einem Bericht seien die ersten Eier schon gelegt worden. So wie es aussieht, sind dies glückliche Hühner. Mit diesem Stall werden einige der Bewohner eine Aufgabe erhalten, die sie als ehemalige Selbstversorger schon ein ganzes Leben lang gehabt haben. Verantwortung, körperliche Betätigung und ein Erfolgserlebnis bereichern einigen Bewohnern des Altersheim den Alltag.

Empfang anlässlich des Belarussischen Nationalfeiertages

Wie letztes Jahr durften wir wieder am Empfang anlässlich des Belarussischen Nationalfeiertages durch die Belarussische Botschaft teilnehmen.

 

Die überaus herzliche Begrüssung durch den Geschäftsträger Herrn Dr. Kulazhanka und seine Gattin zeigte unser freundschaftliches Verhältnis. Leider verlassen die beiden turnusgemäss im August die Schweiz, um nach Minsk zurückzukehren.

Wir haben uns persönlich von ihnen verabschiedet und ihnen für Ihre wertvolle Unterstützung danken können.

Für ein eventuell weiteres Projekt in Belarus hat sich Herr Dr. Kulazhanka empfohlen. Wir würden uns über eine Zusammenarbeit sehr freuen.

Der Umbau macht grosse Fortschritte

Regelmässig erhalten wir von Igor Sekreta Bilder, die uns über die Umbauarbeiten im Altersheim von Lubtscha informieren.

Bis Ende Mai wurden im Altersheim alle Fenster ersetzt.

Nun folgt der zweite Teil unserer Hilfe, das ist die Renovation der Waschküche. Das Bild vom 3.6.2012 zeigt, dass im Haus nicht nur an den Fenstern gearbeitet wird. Das Altersheim gleicht einer Grossbaustelle. Für die Kosten der Arbeiten, die zusätzlich ausgeführt werden, kommt das Exekutivkomitee auf, sowie wir es vertraglich festgelegt haben.

 

Neue, erfreuliche Nachrichten aus Lubtscha

Der Ersatz der Fenster des Altersheims in Lubtscha macht Fortschritte.

Von unserem Freund Igor Sekreta haben wir die ersten Bilder der neuen Fenster des Altersheims erhalten.  Während den Arbeiten in den betroffenen Zimmern können die Bewohner ins Spital nebenan „zügeln“. Das erlaubt den Handwerkern ein zügiges, ungehindertes Arbeiten und die Betagten werden nicht all zu sehr gestört. Sicher sind die Zimmer nun einiges heller und der Wind wird nicht mehr ungemütlich durch alle Ritzen pfeiffen.

Von aussen sieht alles viel besser aus. Es blüht nicht nur der Löwenzahn und der Apfelbaum im Garten, auch wir blühen auf, weil alles so problemlos, schnell und unkompliziert abläuft.

Vielen Dank an alle Beteiligten.

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