Bericht unserer Reise vom 8. – 11. Juli 2015 nach Belarus

Mitte Juni haben wir von der Stadtverwaltung Lepel die Mitteilung erhalten, dass am 10. Juli die Einweihungsfeier für die fertiggestellte Banja, die Inbetriebnahme der beiden Waschmaschinen und der Einbau der beiden Duschen im Altersheim von Kamen stattfindet.

Dies hat uns überrascht, aber auch erfreut. Vor einem Jahr, kurz nach unserem letzten Besuch in Lepel, sind die Kommunikation und damit auch der Fortschritt mit unseren Projekten eingefroren. Grund war, dass wir nicht der Russischen und die Verantwortlichen im Exekutivkomitee nicht der Deutschen Sprache mächtig waren. Der Zufall wollte es, dass wir auf Tatyana Kulesh, eine Englischlehrerin in Lepel, gestossen sind. Sie beherrscht auch die Deutsche Sprache in einer Form, die uns nur staunen lässt.

Dank ihr konnten wir nun regelmässig den Kontakt mit den Behörden aufrechterhalten. Die Kostenvoranschläge für die beiden Waschmaschinen und den Einbau der Duschen haben wir umgehend erhalten.

Nun war es soweit. Wir sind nach Lepel gereist um diesen Feierlichkeiten beizuwohnen. Am Vorabend haben wir Tatyana und ihren Gatten bei einem Nachtessen  kennengelernt. Es ist ein spezieller Moment, wenn man einen Menschen, mit dem man seit Monaten kommuniziert, plötzlich vor sich sieht. Ein  schönes Erlebnis. Diesen Abend haben wir in ganz speziellem Rahmen, im Hotel Plavno www.berezinsky.by verbracht, tief im Naturschutzgebiet von Berezina gelegen und haben einmal mehr ein einmaliges Bauwerk in Belarus kennengelernt.

Hotel Plavno

Tags darauf haben uns unsere Freunde Dr. Andrei Kulazhanka und seine Gattin Natascha abgeholt und zusammen mit Tatyana haben wir das Altersheim in Kamen besucht. Der Empfang war, wie wir dies in Belarus schon immer erlebt haben, überaus herzlich. Ein Gesangs-Chor, Behinderte eines Heims in Kamen, hat uns musikalisch begrüsst, Dankesreden und die Übergabe eines Dokumentes und eines Dankes-Kuchens haben dann zum Rundgang geführt.

Die beiden Waschmaschinen, der Kuchen und Bilder vom Bau der Banja

Die Banja steht, allerdings noch nicht ganz betriebsbereit. Es fehlen noch Kleinigkeiten, doch es wurde uns versichert, dass die Finanzierung garantiert ist und auf den Winter hin, die Banja in Betrieb genommen werden kann.

Die Banja ist vom Altersheim und von der Strasse aus rollstuhlgängig erreichbar

Die beiden Duschen sind installiert und können in Betrieb genommen werden. Die Waschmaschinen sind angeschafft und müssen nur noch angeschlossen werden.

Die Betagten können in der Dusche sitzen

Alles in allem ein erfreuliches Ergebnis, dass nach langwierigem Ablauf doch noch zustande gekommen ist. Wie in Borisovitschi, ist auch in Lepel die Heimleiterin, Elena Tschuwiliana eine eindrückliche Persönlichkeit, die das Heim vorbildlich führt. Sauberkeit und Ordnung waren beeindruckend. Bei einem gemütliche “Zwieri“ bei dem auch der Chef des Sozialamtes anwesend war, haben wir über das weitere Vorgehen und die Wünsche der Heimleiterin gesprochen.

Das ist der Dankesbrief, in Russisch und Deutsch, den wir vom Vorsitzenden des Exekutivkomitees der Stadt Lepel erhalten haben.

Wenn wir schon Belarus besuchen, so kommen wir nicht darum herum, auch dem Altersheim in Borisovitschi und der Heimleiterin Inna einen Besuch abzustatten. Wie erwartet, wird auch hier das Heim durch Inna vorbildlich geführt und die Betagten werden fürsorglich betreut. Was sehr enttäuschend ist, dass sich das Exekutivkomitee immer noch nicht um das undichte Dach kümmert. Seit Jahren läuft an verschiedenen Orten Wasser in die Wände und führt zu Schimmelbildung. Solange diese Schäden nicht behoben werden, werden wir für das Heim keine weitere Hilfe mehr leisten. Wir bemühen uns, zusammen mit unseren Freunden aus Deutschland und Holland, das Exekutivkomitte zu bewegen, sich um diese Schäden  zu kümmern.

Unverständlich, dass bei einem derart massiven Wasserschaden nichts unternommen wird.