Unser diesjähriges Weihnachtsgeschenk

Mit Christine und unserem Patenkind Désirée besuchten wir im Sommer den Tanjung Puting Nationalpark in Borneo. Dort wurden wir mit der Problematik des Regenwaldes und der Palmölplantagen konfrontiert.


Borneo hat nach Brasilien die zweitgrösste Fläche an Regenwald. Jährlich werden 100-tausende von Quadratmetern Wald zerstört. Die Nachfrage nach Holz und Papier steigt laufend. Wegen des steigenden Bedarfs an Palmöl werden daher riesige Palmölplantagen gepflanzt. Über 70% des Holzschlages in Indonesien ist illegal. Dies hat fatale Folgen:

  • vielen Tierarten werden die Lebensgrundlagen entzogen und drohen auszusterben
  • der Lebensbereich der einheimischen Bevölkerung, der Dajaks, wird zerstört und es bleibt vielen nur noch die Flucht in die Städte übrig
  • das durch Abbrennen der Wälder entstehende CO2 entspricht 13 bis 40 % der weltweiten Produktion durch die Verbrennung von fossilen Stoffen.

Der Regenwald wird durch Kahlschlag und Brandrodung zerstört. Viele Tierarten werden aussterben und die Menschen sind gezwungen ihr gewohntes Umfeld zu verlassen.

Der bekannteste Umweltaktivist im Malaysischen Teil von Borneo war der Basler Bruno Manser. In Indonesisch Borneo kämpft Dr. Biruté Galdikas für die Erhaltung des Regenwaldes. Die promovierte Psychologin und Zoologin zog 1971 in den Tanjung Puting Nationalpark, um das Leben der Orang Utans zu studieren. Sie gründete Aufnahme- und Auswilderungsstationen für Orang Utan-Kinder. Viele erwachsene Tiere werden vor dem Abbrennen der Wälder erschossen und die Jungen sich selbst überlassen. Oft werden diese als Haustiere unter elendigen Bedingungen gehalten. In diesen Camps können sie aufgezogen, resozialisiert und zu gegebener Zeit wieder ausgewildert werden. Dazu braucht es aber Land. Die Orangutan Foundation International (OFI) hat 26‘000 km² Land gekauft, the Rawa Kuno Legacy Forest, und sucht Sponsoren, die parzellenweise ihr “persönliches” Landstück kaufen können.

Statt sich gegenseitige Weihnachts- und Geburtstaggeschenke zu machen, haben wir dieses Jahr beschlossen, fast 60‘000 m² Land zu kaufen.

Die blau markierten Streifen sind “unser” Land. Wir wollten damit einen Riegel schaffen, der die Durchgängigkeit des Reservates verhindert.

Wir hatten die Gelegenheit mit Frau Birute Galdikas eine Reise zu unternehmen, die uns in die Stationen, Care Centers und den Regenwald geführt hat. Dieses unvergessliche Erlebnis, aber auch die ökologischen Probleme, haben uns zu denken gegeben und zum Mithandeln bewegt.

In den Stationen werden die kleinen Orang Utans liebevoll gepflegt und täglich gewaschen. Einen grossen Teil des Tages verbringen sie zusammen im Freien beim Spielen.

Folgende Internetseiten geben interessante Informationen über die Orang Utans, die Zerstörung des Regenwaldes und die Palmölproblematik:

http://www.orangutan.org
http://www.wwf.ch
http://www.bmf.ch